Aberglaube

In meiner Schulzeit war es noch einfach, von Aberglauben zu sprechen. Dass zum Beispiel für manche die Zahl dreizehn oder die schwarze Katze von links Unheil ankündige. Darüber konnte man ja lachen!

 

Nichts zu lachen hatten in noch früheren Zeiten viele Menschen, als allgemein noch an Hexen geglaubt wurde, die bei Vollmond auf Besen ritten und sich am Sabbat vom Teufel begatten liessen. Solche Ungeheuer mussten natürlich verfolgt und ausgemerzt werden, am besten bei lebendigem Leibe verbrannt. Nur mit schaudern denken wir an diese Zeit…

 

Doch was genau ist denn Aberglaube? Wenn bestimmte Erscheinungen, Umstände oder Handlungen mit Glück oder Unglück in Beziehung gebracht werden und der «Wissende» diese Beziehung als Absurdität erkennt, spricht er von Aberglaube.

 

So mögen für manch «aufgeklärte Zeitgenossen» religiöse Rituale abergläubisch erscheinen. Eben solche Zeitgenossen haben vielleicht ihren Glauben gegen eine materialistisch geprägte Weltsicht getauscht. Statt zur Kirche, gehen sie dann regelmässig zum medizinischen Check-up. Statt Weihwasser brauchen sie Desinfektionsmittel. Statt den Teufel fürchten sie sich vor Viren und Bakterien.

 

Solche Praktiken als Aberglauben zu brandmarken scheint mir heute genauso schwierig, wie dies damals dem aufgeklärten Geist mit dem Hexenglauben gegangen sein mag. Abergläubische Menschen pflegen einen sehr engen geistigen Horizont und fürchten Andersdenkende. So, wie der Teufel das Weihwasser fürchtet.

 

Aberglaube scheint ein grosses Hemmnis in der Menschheitsentwicklung. Allerdings zeigt die Geschichte doch eine Tendenz zu mehr und mehr Vernunft. So können wir hoffen, mit der Überwindung des materialistischen Aberglaubens, die letzte Hürde zu allgemeinem Frieden und zu begründeten und wirklichem Glauben zu finden.

Angst Kabarett

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